Die Kandidatenliste (SVHC) wurde um vier weitere Stoffe erweitert

Vivien Gutknecht und Dr. Alexander Weißenberg, REACH, UMCO-Hamburg – veröffentlicht am 1. Juli 2020

Am 25. Juni 2020 hat die ECHA vier neue Stoffe auf die Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Substanzen (substances of very high concern, SVHC) aufgenommen. Insgesamt umfasst die Kandidatenliste nunmehr 209 Substanzen.

Vier weitere Stoffe sind auf der Kandidatenliste für SVHC

Neu aufgenommene Stoffe

Drei der Stoffe sind aufgrund ihrer reproduktionstoxischen Eigenschaften in die Liste aufgenommen worden. Es handelt sich hierbei um Stoffe, die vor allem in industriellen Prozessen zur Herstellung von Polymeren, Beschichtungen und Kunststoffen Verwendung finden.

Ein Stoff wurde aufgrund seiner schädlichen Wirkung auf das endokrine System (endocrine disruptor) in die Liste aufgenommen. Der Stoff findet unter anderem Verwendung in der Herstellung und Haltbarmachung von Kosmetika.

Im Einzelnen handelt es sich um die folgenden Stoffe:

 Stoffname

EC

Nummer

CAS

Nummer

Grund der Aufnahme
11-vinylimidazole214-012-01072-63-5Reproduktionstoxisch (Article 57 (c)) 
22-methylimidazole211-765-7693-98-1Reproduktionstoxisch (Article 57 (c)) 
3Dibutylbis(pentane-2,4-dionato-O,O')tin245-152-022673-19-4Reproduktionstoxisch (Article 57 (c)) 
4Butyl 4-hydroxybenzoate (Butylparaben)202-318-794-26-8Endokriner Disruptor (Article 57(f) – human health)

Was ist die Kandidatenliste?

Die Liste beinhaltet Stoffe, die mit einem sehr hohen Risiko für schwerwiegende Effekte auf unsere Gesundheit sowie die Umwelt in Zusammenhang gebracht werde. Dies sind insbesondere Stoffe, die mindestens eine der folgenden Eigenschaften haben:

  • Kanzerogenität (Kategorie 1A oder 1B)
  • Keimzellmutagenität (Kategorie 1A oder 1B)
  • Reproduktionstoxizität (Kategorie 1A oder 1B)
  • Persistent, bioakkumulierbar und toxisch (ptb)
  • Sehr persistent und sehr bioakkumulierbar (vpvb)
  • Beeinflussung des Endokrinen Systems (hormonell wirksam, endocrine disrupting)

 

Den Link zur „ECHA Liste der für eine Zulassung in Frage kommenden besonders besorgniserregenden Stoffe (Kandidatenliste)“ finden Sie hier.

Unmittelbare Folgen durch die Aufnahme eines Stoffes in die Kandidatenliste

Lieferanten sind unter anderem verpflichtet

  • ein Sicherheitsdatenblatt bereitzustellen (umgehend),
  • über die sichere Verwendung aufzuklären (umgehend),
  • auf Verbraucheranfragen innerhalb von 45 Tagen zu reagieren und
  • die ECHA zu notifizieren (innerhalb von 6 Monaten).

 

Dies gilt sowohl für die aufgeführten Stoffe an sich, sowie für Gemische und Erzeugnisse, die die Substanzen in Konzentrationen über 0,1 % (w/w) enthalten.

Des Weiteren müssen alle Unternehmen, die auf dem EU-Markt Erzeugnisse liefern, die SVHC-Stoffe der Kandidatenliste in einer Konzentration von >0,1 % (w/w) enthalten, ab dem 5. Januar 2021 Informationen über diese Erzeugnisse bei der ECHA einreichen. Dies erfolgt über die neue „SCIP Datenbank für bedenkliche Stoffe in Artikeln und Produkten“ der ECHA.

Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „Umfang der Meldepflicht für SVHC-haltige Stoffe in Erzeugnissen“. Einen Link zur SCIP Datenbank finden Sie hier.

Weitere mögliche Folgen

Stoffe auf der Kandidatenliste werden zur Aufnahme in den Anhang XIV der REACH VO geprüft und unterliegen anschließend den Zulassungsanforderungen nach Titel VII der REACH VO.

Ebenfalls ist die Aufnahme in Anhang XVII und somit eine Beschränkung der Herstellung, des Inverkehrbringens und der Verwendung nach Titel VII der REACH VO möglich.

Empfehlung

Kontrollieren Sie Ihre Stoffliste auf die neuen Stoffe auf der Kandidatenliste und prüfen Sie ggf. ob alternative, nicht SVHC-Stoffe für Ihre Anwendungen in Betracht kommen. Somit können Sie sich frühzeitig auf mögliche Zulassungs- und Beschränkungsverfahren einstellen, sowie Ihren rechtlichen Pflichten nachkommen.

Unsere Dienstleistungen

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Abstrakt

Die Kandidatenliste (SVHC) wurde um vier weitere Stoffe erweitern (REACH, Gefahrstoffe)

07/20: Drei der neu in die Kandidatenliste (SVHC) der ECHA aufgenommenen Stoffe (1-vinylimidazole, 2‑methylimidazole und Dibutylbis(pentane-2,4-dionato-O,O')tin) wurden aufgrund ihrer reproduktionstoxischen Eigenschaften und ein Stoff aus dem Consumer Health Bereich (Butyl 4 hydroxybenzoate (Butylparaben)) wurde aufgrund seiner endokrin wirkenden Eigenschaft ausgewählt.

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