REACH

ECHA Enforcement Forum legt neue Prioritäten fest

Fokus auf Sicherheit, Zusammenarbeit und Kontrolle

Das ECHA Enforcement Forum hat sein Arbeitsprogramm für 2026–2027 beschlossen. Es stärkt die Kontrolle über Chemikalienimporte, Onlinehandel und Arbeitsplätze. Das Programm bündelt EU-weit abgestimmte Durchsetzungsmaßnahmen und legt fest, wo Inspektorinnen und Inspektoren in den nächsten zwei Jahren ihren Schwerpunkt setzen. Im Mittelpunkt stehen neue Projekte und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Behörden.  

4 Min.

05.05.2026
Lupe über Dokumenten mit der Aufschrift ‚ECHA Enforcement Forum‘ vor einer EU-Flagge.

Wer stellt sicher, dass Chemikalienregeln in Europa nicht nur auf dem Papier stehen, sondern im Alltag von Import bis Onlinehandel tatsächlich eingehalten werden? Genau hier setzt das ECHA Enforcement Forum an.

Mit seinem neuen Arbeitsprogramm richtet es den Fokus auf eine wirksamere und besser abgestimmte Durchsetzung des Chemikalienrechts in Europa. Dabei koordiniert es gemeinsame Kontrollaktionen sowie den Austausch über bewährte Vollzugsmethoden. Unternehmen sollten die kommenden Schwerpunkte kennen, von Klassifizierung und Kennzeichnung bis hin zu Exportvorschriften.

Gezielte Durchsetzung und Kooperation

Um die Überwachung von Chemikalien in der EU gezielter zu gestalten, richtet das neue Arbeitsprogramm den Fokus auf drei zentrale Handlungsfelder:

  • Importe und Onlinehandel unter Beobachtung: Verstärkte Inspektionen bei grenzüberschreitendem Verkehr und Onlineverkauf, um verdeckte Verstöße gegen Chemikalienrecht aufzudecken.
  • Einheitliche Umsetzung von CLP und REACH: Harmonisierte Regeln für Einstufung, Kennzeichnung und Risikomanagement, einheitlich in allen Mitgliedstaaten.
  • Behördenübergreifende Zusammenarbeit: Intensiver Austausch zwischen Zoll-, Marktüberwachungs- und Arbeitsschutzbehörden, um Doppelkontrollen zu vermeiden und Ressourcen besser zu nutzen.

Koordinierte ECHA‑Projekte: REF‑15 und PIC-Pilotprojekt

Um diese Verstöße im Alltag besser zu erkennen, hat das Forum mehrere Vorhaben gestartet:

  • REF‑15‑Projekt: Im Rahmen dieses EU‑weiten Projekts prüfen Durchsetzungsbehörden, wie sicher Chemikalien in Betrieben verwendet, gelagert und gehandhabt werden. Besonderes Augenmerk liegt auf Arbeitsschutzmaßnahmen und der praktischen Umsetzung von REACH‑Pflichten direkt am Arbeitsplatz. Neu ist die enge Zusammenarbeit mit Arbeitsschutzinspektoren, um Schnittstellen zwischen Chemikaliensicherheit und Arbeitssicherheit noch besser abzustimmen.
  • PIC‑Pilotprojekt: In diesem Vorhaben werden die Exportvorschriften für gefährliche Stoffe kontrolliert, die unter der PIC‑Verordnung fallen. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Exporte nur mit vollständigen Stoffinformationen und korrekter Meldung gegenüber den zuständigen Behörden erfolgen. Damit soll gewährleistet werden, dass auch außerhalb der EU ein transparenter und verantwortungsvoller Umgang mit gefährlichen Chemikalien stattfindet.

Parallel laufen nationale Kampagnen, die bestehende Projekte auswerten und neue Empfehlungen für 2026 vorbereiten. Besonders relevant: die Ergebnisse des EU-weiten Importprojekts (REF-12) und der Pilotinitiative zu Meldungen an Giftinformationszentren.

Auch im Bereich Biozidprodukte gibt es Fortschritte. Die Untergruppe BPRS (Biocidal Products Regulations Subgroup) überprüft derzeit die Konformität von Produktkennzeichnungen und entwickelt europaweite Schulungsprogramme für Inspektoren. Dadurch wird die Qualität künftiger Kontrollen weiter verbessert. 

Kompetenzaufbau in Analytik und Datenqualität 

Zur langfristigen Stärkung der Durchsetzung hat das ECHA Enforcement Forum eine eigene Taskforce Analytik eingerichtet. Diese spezialisierte Arbeitsgruppe aus Laborexperten und Vollzugsfachleuten entwickelt das „Kompendium analytischer Methoden zur Überwachung von REACH-Beschränkungen“ weiter.

Aufgaben der Taskforce sind:

  • Bündelung von Fachwissen: Zusammenführung bewährter Analysemethoden aus allen EU-Staaten
  • Regelmäßige Aktualisierung: Anpassung an neue Stofffestsetzungen und technische Fortschritte
  • Qualitätssicherung: Validierung der Methoden für Labor- und Feldanalytik
  • Praktische Umsetzung: Bereitstellung standardisierter Protokolle für Behörden und Unternehmen

Das Kompendium dient als zentrale Referenzdatenbank mit validierten Nachweisverfahren für eingeschränkte Stoffe (z. B. Phthalate, PFAS, Flammschutzmittel). Es enthält detaillierte Analytikprotokolle, Grenzwerte, Probenvorbereitung und Validierungsdaten, die direkt einsetzbar bei Inspektionen oder eigenen Qualitätskontrollen sind.


Durch die Nutzung dieser standardisierten Methoden können Laborergebnisse bei Behördenkontrollen ohne Diskussion anerkannt werden. Das spart Zeit, reduziert Mehrfachanalysen und schafft Vertrauen bei technischen Abstimmungen.

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Quellen

European Chemicals Agency (2025): Highlights of the November Forum meeting.
https://echa.europa.eu/de/-/highlights-of-the-november-forum-meeting (zuletzt abgerufen: 16. April 2026)

European Chemicals Agency (o. J.): Enforcement Forum.
https://echa.europa.eu/de/about-us/who-we-are/enforcement-forum (zuletzt abgerufen: 16. April 2026)

European Chemicals Agency (2025): Meetings of the Forum – 2025.
https://echa.europa.eu/de/about-us/who-we-are/enforcement-forum/meetings-of-the-forum/2025 (zuletzt abgerufen: 16. April 2026)

European Chemicals Agency (o. J.): Forum poster.
https://echa.europa.eu/documents/10162/17088/forumposter_en.pdf/1f6d5edb-f387-4898-849a-0dd1d29b1467 (zuletzt abgerufen: 16. April 2026)

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