Wer stellt sicher, dass Chemikalienregeln in Europa nicht nur auf dem Papier stehen, sondern im Alltag von Import bis Onlinehandel tatsächlich eingehalten werden? Genau hier setzt das ECHA Enforcement Forum an.
Mit seinem neuen Arbeitsprogramm richtet es den Fokus auf eine wirksamere und besser abgestimmte Durchsetzung des Chemikalienrechts in Europa. Dabei koordiniert es gemeinsame Kontrollaktionen sowie den Austausch über bewährte Vollzugsmethoden. Unternehmen sollten die kommenden Schwerpunkte kennen, von Klassifizierung und Kennzeichnung bis hin zu Exportvorschriften.
Um die Überwachung von Chemikalien in der EU gezielter zu gestalten, richtet das neue Arbeitsprogramm den Fokus auf drei zentrale Handlungsfelder:
Um diese Verstöße im Alltag besser zu erkennen, hat das Forum mehrere Vorhaben gestartet:
Parallel laufen nationale Kampagnen, die bestehende Projekte auswerten und neue Empfehlungen für 2026 vorbereiten. Besonders relevant: die Ergebnisse des EU-weiten Importprojekts (REF-12) und der Pilotinitiative zu Meldungen an Giftinformationszentren.
Auch im Bereich Biozidprodukte gibt es Fortschritte. Die Untergruppe BPRS (Biocidal Products Regulations Subgroup) überprüft derzeit die Konformität von Produktkennzeichnungen und entwickelt europaweite Schulungsprogramme für Inspektoren. Dadurch wird die Qualität künftiger Kontrollen weiter verbessert.
Zur langfristigen Stärkung der Durchsetzung hat das ECHA Enforcement Forum eine eigene Taskforce Analytik eingerichtet. Diese spezialisierte Arbeitsgruppe aus Laborexperten und Vollzugsfachleuten entwickelt das „Kompendium analytischer Methoden zur Überwachung von REACH-Beschränkungen“ weiter.
Aufgaben der Taskforce sind:
Das Kompendium dient als zentrale Referenzdatenbank mit validierten Nachweisverfahren für eingeschränkte Stoffe (z. B. Phthalate, PFAS, Flammschutzmittel). Es enthält detaillierte Analytikprotokolle, Grenzwerte, Probenvorbereitung und Validierungsdaten, die direkt einsetzbar bei Inspektionen oder eigenen Qualitätskontrollen sind.
Durch die Nutzung dieser standardisierten Methoden können Laborergebnisse bei Behördenkontrollen ohne Diskussion anerkannt werden. Das spart Zeit, reduziert Mehrfachanalysen und schafft Vertrauen bei technischen Abstimmungen.
Daniela-Iuliana Bogdea | Registrierung und Zulassung
Für Unternehmen ist es empfehlenswert, diese Schwerpunkte gezielt in ihre Compliance-Strategien einzubeziehen, insbesondere bei beschränkten Stoffen und Gemischen. Wo möglich, sollten eigene Prüf- und Monitoringkonzepte daran gespiegelt werden, um technische Diskussionen mit Behörden auf eine gemeinsame Grundlage zu stellen und sich frühzeitig auf neue oder überarbeitete Methoden einzustellen.
Wir stehen Ihnen bei der Prüfung Ihrer Compliance-Maßnahmen zur Seite und entwickeln gemeinsam mit Ihnen Strategien, damit Ihre Unternehmungen rechtssicher bleiben. Unser Leistungsspektrum umfasst das komplette Registrierungsmanagement von Stoffen gemäß REACH-Verordnung, Erstellung von Sicherheitsdatenblättern, Export-/Importmeldungen im Rahmen der PIC-Verordnung, Zulassungsverfahren von Biozidprodukten sowie Genehmigungen von bioziden Wirkstoffen in der EU.
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