Die neue EU-Chemikalienstrategie − Innovative Lösungen für sichere und nachhaltige Chemikalien

Julia Mikolon, Kayla Dittmer REACH, UMCO-Hamburg – veröffentlicht am 14. Dezember 2020

Die Europäische Kommission hat vor einigen Wochen die mit Spannung erwartete, neue EU-Chemikalienstrategie veröffentlicht. Der erste Teil der Strategie behandelt innovative Lösungen für sichere und nachhaltige Chemikalien in der EU. Hier ist eine Zusammenfassung über das wichtigste, was Sie über diesen Unterpunkt wissen sollten.

Die neue EU-Chemikalienstrategie − Innovative Lösungen für sichere und nachhaltige Chemikalien

Hintergrund und Hauptziele der EU-Chemikalienstrategie

Die Hauptziele der Strategie laut Kommissar Sinkevičius bestehen darin, „die Innovation für sichere und nachhaltige Chemikalien zu fördern und […] den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor gefährlichen Chemikalien zu verbessern“.

Die von der Europäischen Kommission (EG) vorgeschlagene chemische Strategie gliedert sich in fünf Teile:

  • innovative Lösungen für sichere und nachhaltige Chemikalien in der EU,
  • stärkerer EU-Rechtsrahmen zur Bewältigung dringender Umwelt- und Gesundheitsprobleme,
  • Vereinfachung und Konsolidierung des Rechtsrahmens,
  • eine umfassende Wissensbasis über Chemikalien und
  • Vorbild für ein weltweites verantwortungsvolles Chemikalienmanagement.

 

Dieser Artikel behandelt den ersten Punkt, der sich mit innovativer Entwicklung von inhärent sicheren und nachhaltigen Chemikalien sowie dem Verbot von besonders besorgniserregenden Stoffen befasst.

Innovative Lösungen für sichere und nachhaltige Chemikalien in der EU

Schutz der Gesundheit der EU-Bürger

Laut der Europäischen Kommission sind 84% der EU-Bürger über die Auswirkungen alltäglicher Chemikalien auf ihre Gesundheit besorgt. Aus diesem Grund und aufgrund des zunehmenden Nachweises schädlicher Chemikalien wie Schwermetalle und Pestizide im menschlichen Blut beschäftigt sich die Strategie stark mit der Behandlung gefährlicher Substanzen. In dem Rahmen sollen Maßnahmen entwickelt werden, um besonders besorgniserregende Stoffe in Verbraucherprodukten wie Spielzeuge, Kosmetika und Textilien zu minimieren oder im Idealfall auszuschließen. Zu diesem Zweck schlägt die Strategie vor, Kriterien für umweltfreundliche und sichere Chemikalien zu entwickeln und die Erforschung dieser alternativen Lösungen zu fördern. 

Umweltschutz

EU-Bürger befassen sich nicht nur mit den Auswirkungen von Chemikalien auf die Gesundheit, sondern auch auf die Umwelt. Nach Angaben der EG sind 90% der EU-Bürger besorgt über die Auswirkungen von Chemikalien auf die Umwelt. 
Die EU strebt an, bis 2050 eine klimaneutrale Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Um das zu erreichen, muss die chemische Industrie mit seinem enormen Umweltfußabdruck als viertgrößte Industrie in der EU, in die künftige Energieeffizienz investieren. In diesem Zusammenhang möchte die Europäische Kommission die Forschung und Entwicklung von CO2-armen und umweltfreundlichen Herstellungsverfahren sowie innovativen Geschäftsmodellen für die effizientere Verwendung von Chemikalien unterstützen. 


Ein weiteres Ziel der Strategie ist es, zukünftig einen vollständig schadstofffreien Werkstoffkreislauf zu schaffen, in dem sowohl Primär- als auch Sekundärmaterialien sicher sind. Um dies zu gewährleisten, sollen die gleichen Grenzwerte für gefährliche Stoffe in Produkten und Recyclaten gelten. Zudem soll das Recycling gefördert werden, indem Genehmigungen und Ausnahmen von Beschränkungen für Recyclate gemäß der REACH-Verordnung nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt werden. Darüber hinaus ist geplant, den gesamten Lebenszyklus des Stoffes zu berücksichtigen, um Methoden zur Risikobewertung von Chemikalien zu entwickeln. 

Kritik

Der Generaldirektor von Cefic, Marco Mensink, begrüßt die Vorschläge der EC, sei jedoch besorgt darüber, dass „das, was wir heute haben, eher wie eine lange Liste von Regulierungsmaßnahmen aussieht, denen es an Klarheit mangelt, wie sie zusammengeführt werden, wie sie sich auf den realen geopolitischen Kontext wie den Brexit beziehen und wie sie sich alle summieren werden, um die Green Deal-Ziele zu erreichen“. 

Laut Michael Warhurst, Exekutivdirektor der Umwelt-NGO CHEM Trust, hätte die Strategie das Potenzial, Europa vor giftigen Chemikalien zu schützen, er sei jedoch besorgt über „das Risiko, dass die geplante Folgenabschätzung […] zu weiteren Verzögerungen bei der Behandlung von Gefahrstoffe führen könnte". 

Abschließende Gedanken

Die in der Strategie vorgeschlagenen Ideen sind noch vage. Es bleibt abzuwarten, wie die Punkte der Strategie umgesetzt werden und wann die Maßnahmen zur Durchsetzung der Vorschläge geschehen sollen. Die Vorschläge der Strategie werden uns einige Zeit beschäftigen, jedoch ist klar, dass diese Strategie die ersten Schritten in der Richtung einer grünen und digitalen Wende bedeutet, um die ehrgeizigen Ziele des Grünen Deals zu erreichen. 

Empfehlung

Sollten die Vorschläge der neue Chemikalienstrategie verwirklicht werden, werden die Effekte weitreichend sein, denn die Strategie richtet sich an eine Vielzahl an Sektoren. Daher empfehlen wir sich jetzt schon Gedanken darüber zu machen, wie die Strategie das eigene Unternehmen betreffen könnte. 

Weitere Informationen

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Abstrakt

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12/20: Die neue EU-Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit im Rahmen des Green Deals wurde am 14. Oktober 2020 veröffentlicht. Die Strategie ist in fünf Teile gegliedert, die zusammen die Chemikalienregulierung in der EU sicherer und nachhaltiger gestalten sollen. Worum es im ersten Teil „Innovative Lösungen für sichere und nachhaltige Chemikalien“ geht, erfahren Sie hier. 

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