Umweltschutz

Klimawandel wird Teil der ISO-Managementsystem-Normen

Die ISO hat ihre Managementsystem-Normen um den Klimawandel erweitert, zunächst insbesondere ISO 9001, ISO 14001, ISO/IEC 27001, ISO 45001 und ISO 50001. Betroffen sind Kapitel 4.1 und 4.2. Unternehmen müssen nun sofort den Klimawandel in ihre Kontextanalyse integrieren und die Erfüllung der Anforderungen in Audits nachweisen. Es gibt keine Übergangsfrist; die Umsetzung sollte umgehend erfolgen, um Nichtkonformitäten zu vermeiden.

4 Min.

25.06.2024

 

Mit der Unterzeichnung der Londoner Erklärung (London Declaration, “ISO’s Climate Commitment”) verpflichtete sich die Internationale Organisation für Normung (ISO) globale Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen und internationale Initiativen zur Erreichung unserer globalen Klimaziele voranzutreiben. Daher erweitert sie ihre Managementsystem-Normen – für Betreibende bedeutet dies sofortiges Handeln.

Erweiterung der ISO-Normen um den Aspekt Klimawandel

Zunächst hat die ISO insbesondere die gängigen Managementsystem-Normen (ISO 9001, ISO 14001, ISO/IEC 27001, ISO 45001, ISO 50001) sowie einige mehr um den Aspekt Klimawandel erweitert. Hierzu wurden alle Normen, denen die Harmonized Structure zugrundeliegt, mit sogenannten Amendments (AMD 1:2024-02) ergänzt. Konkret wurden die Änderungen in Kapitel 4 „Kontext der Organisation“ aufgenommen:

  • 4.1 Verstehen der Organisation und ihres Kontextes
    Die Passage „The organization shall determine whether climate change is a relevant issue” wurde hinzugefügt. Ein Unternehmen muss damit künftig bestimmen, ob der Klimawandel ein relevantes Thema ist.
  • 4.2 Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien
    Die Ergänzung „NOTE: Relevant interested parties can have requirements related to climate change“ wurde hinzugefügt. Diese Anmerkung unterstreicht, dass relevante interessierte Parteien auch Anforderungen im Hinblick auf die Klimaziele formulieren können.

Der bisherige Inhalt und die Anforderungen der jeweiligen Normkapitel bleiben unverändert bestehen. Die Ergänzungen können jedoch auch Auswirkungen auf die anderen Normanforderungen, wie internes Audit und Managementbewertung, haben.

Unternehmen müssen die neuen Anforderungen sofort umsetzen

Die Kapitel 4.1 und 4.2 verlangen von den Anwendern, sämtliche internen und externen Aspekte ihres Kontexts sowie relevante interessierte Parteien der Organisation zu berücksichtigen, die die Wirksamkeit ihres Managementsystems beeinflussen können.

Zertifikate behalten ihr Veröffentlichungsdatum, es gibt keine Umstellungsfrist, aber die neuen Anforderungen müssen sofort umgesetzt werden. Das bedeutet, dass die Anpassungen unverzüglich durchgeführt und direkt von den Auditoren überprüft werden müssen. Eine Nichtbeachtung kann ab sofort zu einer Nichtkonformität im Auditprozess führen.

Klimawandelt Teil der Kontextanalyse

Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie bei der Kontextanalyse zukünftig den Klimawandel berücksichtigen müssen. Verschiedene Betrachtungswinkel wie beispielsweise Lage und Standort, Produkte oder die Branche müssen dabei eingenommen werden. Basierend darauf müssen die Folgen für die eigene Organisation ermittelt und beurteilt werden.

 Haben Organisationen mehrere Managementsysteme implementiert, können die Schlussfolgerungen je nach Norm variieren. Maßgeblich ist dabei, dass die neuen ISO-Anforderungen zum Klimawandel in jeder anwendbaren Norm berücksichtigt werden.

Bedeutende ISO-Normen betroffen

Die Erweiterung um den Klimawandel betrifft alle ISO-Standards für Managementsysteme vom Typ A (32 bestehende Normen), die Anforderungen festlegen und nach denen Unternehmen zertifiziert werden können.

Hierzu zählen unter anderem die bedeutenden ISO-Normen ISO 9001 (Qualität), ISO 14001 (Umwelt), ISO 45001 (Arbeits- und Gesundheitsschutz), ISO 50001 (Energie) und ISO/IEC 27001 (Informationssicherheit).

 Die vollständige Liste der Normen können Sie im Kommuniqué von IAF und ISO einsehen.

Prüfung in Audits und für Zertifikate

Zukünftig prüfen Auditorinnen und Auditoren in den Audits, inwieweit Unternehmen den Klimawandel systematisch berücksichtigt haben. Die ISO erwartet, dass die Zusatzanforderungen des Amendments unmittelbar umgesetzt werden, auch wenn sich viele Unternehmen erstmals im Zusammenhang mit ihren Managementsystemen mit diesem Thema auseinandersetzen.

 Bei der Ergänzung des Klimawandels in die ISO-Managementsystem-Normen handelt es sich um keine Revision aller betroffenen Normen, daher ändern sich weder der Zertifizierungszyklus noch die Laufzeit und Gültigkeit von bestehenden Zertifikaten. Eine Neuausstellung der Zertifikate ist demnach nicht erforderlich.

Simon Führt | Experte für Umweltschutz und Managementsysteme

Unsere Empfehlung

Setzen Sie sich frühzeitig mit den neunen Amendments auseinander und denken Sie den Klimawandel in ihren Managementsystemen mit. Seien Sie sich bewusst, dass die Tragweite des Klimawandels je nach spezifischem Standard unterschiedlich ist, da diese auf verschiedene Anwendungsfelder und Zielsetzungen ausgerichtet sind.

Als Beratungsunternehmen im Bereich der Managementsysteme wissen wir, dass die Fülle der Gesetze, Vorschriften und Normen Betriebe vor große Herausforderungen stellen, die noch komplexer sind, wenn eines oder mehrere Managementsysteme wie z.B. ISO 9001, ISO 45001, EMAS oder ISO 50001 angewendet werden. Wichtig ist, dass das Managementsystem von den Mitarbeitern im Betrieb „gelebt“ wird. Wir zeigen Ihnen, wie das richtig funktioniert. 

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